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CD-Booklets: A Swiss Homage to
Andrés Segovia
While My Guitar Was Gently Weeping
Music From The Royal Courts Of Germany
Minsk Music - Chamber Music from Belarus
While my Guitar was Gently
Weeping
Obwohl
die Gitarre in der mitteleuropäischen Musikkultur des 18.- und 19.
Jahrhunderts eher eine Nebenrolle spielte - die "grossen" Komponisten der
Klassik und Romantik haben wenig zur Erweiterung des Gitarrenrepertoires
beigetragen - gilt sie als wichtigstes Instrument in der Volksmusik
Spaniens sowie Süd- und Nordamerikas. Die von der spanischen und
lateinamerikanischen Volksmusik inspirierten Komponisten schrieben die
Musik, die für viele als die typische klassische Gitarrenmusik gilt.
Die
von der nordamerikanischen Volksmusik beinflusste Gitarrenmusik findet im
traditionellen klassischen Gitarrenrepertoire bis heute relativ wenig
Beachtung. Dies, obwohl die Gitarre auch in der nordamerikanischen
Volksmusik eine ähnliche Stellung einnimmt wie in der Volksmusik Spaniens
und Südamerikas. Gründe hierfür sind möglicherweise darin zu finden, dass
die Volksmusik Nordamerikas aus Jazz-, Blues- und Countrymusik besteht.
Bereiche, die nicht zum "klassischen" Musikbereich gehören. Ein weiterer
Grund dürfte darin liegen, dass in der nordamerikanischen Volksmusik im
wesentlichen die stahlsaitige Gitarre, später auch die Elektro-Gitarre
und nicht die sonst übliche darm- bzw. nylonsaitige Gitarre benützt wird.
Die
eingespielte Werke auf dieser CD stammen aus den sechziger- und frühen
siebziger Jahren, einer Zeit in der die USA politisch wie kulturell ihre
kreativste Periode der Nachkriegsgeschichte erlebte. Mit einer Ausnahme
stammen alle Werke dieser CD von europäischen Komponisten, die sich direkt
oder indirekt von der Ausstrahlung dieser Kultur inspirieren liessen. Auch
die Musik von Gruppen wie The Beatles oder Pink Floyd ist von der
amerikanischen Musik beeinflusst. Auf diese Art ist eine gegenseitige
Beeinflussung afroamerikanischer mit europäischer Musik entstanden. In
diesem multikulturellen Umfeld ist die Gitarre ein verbindendes Medium!
I
was driving across the burning desert
When I spotted six jet planes
Leaving six white vapor trails across the bleak terrain
It
was the hexagram of the heavens
It
was the strings of my guitar...
Joni Mitchell, 1976
Die
USA, das andere Mutterland der Gitarre
Alle
Arten stahlsaitiger Gitarren sind amerikanischen Ursprungs und wurden Ende
des 19. Jahrhunderts entwickelt. Die grosse Nachfrage nach Gitarren
brachte viele europäische Gitarrenbauer, vor allem aus Deutschland, dazu
nach Amerika auszuwandern. Die darmsaitige Gitarre war schon früher sehr
beliebt, auch Benjamin Franklin (1706-1790) spielte sie. Eine der ältesten
Gitarrenschulen, die in den USA gedruckt wurde, war "The Complete
Instructor for the Spanish and English Guitar, Harp, Lute and Lyre"
von J. Siegling, Charleston, South Carolina (1820).
Während die darmsaitige Gitarre ein beliebtes Instrument für die Damen in
den Salons der grossen Städte blieb, benützten die Siedler, die in den
Westen zogen, die kräftiger klingende stahlsaitige Gitarre. Es wurde
das Instrument Amerikas, und die Musik entstand auf Prärien und
Plantagen. Wir wissen nur wenig über die Entstehungsgeschichte der
stahlsaitigen Gitarre, verfügen jedoch über sporadische Hinweise, was den
Gebrauch anbelangt. Die frühesten Hinweise deuten auf die Benutzung der
Gitarre durch Sklaven. Jene Sklaven, die von der Westküste Afrikas
stammen, hatten eine lange Tradition in der Benützung von
Saiteninstrumenten. Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang der
Rabouquin, ein Saiteninstrument, das Ähnlichkeiten mit der Gitarre
hatte, mit Darmsaiten besaitet war und schon Ende des 18.Jahrhunderts in
den Küstenregionen Afrikas gespielt wurde. Den Sklaven wurde das Spielen
von Trommeln und Hörnern verboten. Die Weissen befürchteten, dass mit
diesen Instrumenten die Übermittlung von geheimen Botschaften möglich
wäre. Saiteninstrumente hingegen wurden von den Sklavenhaltern als
ungefährlich betrachtet.
Die
stahlsaitige Gitarre wurde Ende der achtziger Jahre des letzten
Jahrhunderts zum ersten Mal von Gitarrenbauern in kleinen Serien
hergestellt. Sie wurde als geeignetes Instrument zur Begleitung von Gesang
angepriesen. Ausserdem war die Gitarre leicht transportierbar und billig.
Sie wurde in allen Stilrichtungen der amerikanischen Musik benützt. In
abgeschiedenen Gegenden des Südens wurde sie auch für die Begleitung von
Spirituals eingesetzt. Die zunehmende Popularität der Gitarre fiel in New
Orleans mit der Entwicklung der Jazzmusik als eigenständige Musikrichtung
zusammen. Die Gitarre kam aber zum ersten Mal in der Bluesmusik voll zum
Einsatz. Der Country-Blues entwickelte sich in den ersten Jahren des 20.
Jahrhunderts vor allem in Georgia, Louisiana, Texas, Nord- und Süd-
Carolina. Die Bluessänger suchten das geeignetste Instrument, um ihren
Gesang zu begleiten und machten dabei unbewusst die gleiche Wahl wie die
Zigeuner Spaniens. Auf der Gitarre kann durch das Ziehen an den Saiten die
Biegsamkeit der menschlichen Stimme imitiert werden, ein Effekt der sowohl
in der Blues- als auch in der Flamencomusik eine wichtige Rolle spielt.
Auch
die Countrymusik hat viel zur Popularisierung der Gitarre beigetragen. Die
britischen Kolonisten begleiteten sich mit der Gitarre, zu Balladen und
Volksliedern aus England, Schottland, Irland und Wales.
Die
schwarzen Sänger entwickelten ihrerseits eine eigene Tradition im Singen
von Balladen, die von den Weissen beeinflusst war, während die Weissen das
sogenannte "Nigger pickin" übernahmen.
So wurde
die Gitarre zum Instrument für das autonome Individuum. Durch die enge
Beziehung zwischen der Bluesmusik und den schnell wachsenden
Kirchengemeinschaften der Methodisten und Baptisten und die gleichzeitige
Benutzung der Gitarre in der weissen Countrymusik, wuchs das Instrument
zum Symbol des tugendhaften Amerikas heran. Während der fünfziger Jahre
sahen die Anhänger der Folkbewegung ihre Helden als Verfechter der
Menschenrechte (Woody Guthrie, Pete Seeger u.a.). Die Verbindung der
Gitarre mit Protestbewegungen wurde fortgesetzt und gipfelte in den
sechziger Jahren in der Entdeckung eines neuen Helden: Bob Dylan. Dylans
"Blowin' in the Wind" wurde zu dem
Song, mit dem sich die Radikalen in ganz
Amerika identifizierten. Dylans Songs fielen mit
der Entstehung der "Civil Rights Movement" zusammen. So machte Dylan die
akustische Gitarre zum wichtigsten Instrument für eine ganze Generation.
Auch die Wiederentdeckung einer alten Generation von Bluesspielern führte
dazu, dass Ende der sechziger Jahre von einer "klassischen Tradition" der
amerikanischen stahlsaitigen Gitarre gesprochen werden konnte.
Die Songs
Bob Dylans hatten ihre Wirkung weit über die USA hinaus. Sie waren für die
Beatles eine grosse Inspirationsquelle. Als die Black Power Bewegung
anfing zunehmend weisse Aktivisten auszuschliessen, richteten diese ihr
Augenmerk mehr und mehr auf den Krieg in Vietnam. Im gleichen Jahr - 1968
- als die Beatles ihren Song "Revolution"
schrieben und die Rolling Stones, deren
Identität von der "Rhythm and Blues" bestimmt wurde, die Jugend in
"Streetfighting men" zu Strassenschlachten aufriefen - "'cause
summer's here and the time is right for fighting in the street"-, fand
in Chicago das "Festival of Life" statt. Tausende junger Männer
verbrannten dort ihre Marschbefehle für den Vietnamkrieg und wurden von
der Polizei, der Nationalgarde und den Armeetruppen durch die Strassen
gehetzt und verprügelt. Von Chicago bis Berlin, von Rom bis Paris fanden
in diesem Jahr Jugendrevolten statt, und es wurden anarchistische
Bewegungen gegründet. 1968 war für die USA ein deprimierendes Jahr: die
Ermordung von Robert Kennedy und Martin Luther King und die Eskalation des
Vietnamkriegs. Dann kam 1969 Woodstock. Es sollte "Three days of Music,
Peace and Love" werden, als Logo wurde ein Gitarrenhals benützt, auf dem
eine weisse Taube sitzt.
Das
Woodstock-Festival wird als der Höhepunkt der Flowerpowerbewegung gesehen.
Zweifellos war der Auftritt des Gitarristen Jimi Hendrix eines der
wichtigsten Ereignisse des Festivals. Jimi spielte auf seiner Gitarre die,
durch seine lautmalerische Interpretationsweise zum Protestlied
umfunktionierte, amerikanische Nationalhymne Star-Spangled Banner.
Seine kakophonische und lärmende Version, die aus dem Titel einen Abgesang
auf den American Way of Life macht, wurde durch den Woodstock Film zu
einer Art Hymne der Woodstock-Generation. Woodstock war der Moment der
Utopie. Wer dort dabei war, spricht von dem wundervollen Gefühl, sich als
einer bestimmten Generation zugehörig zu erleben.
Oder wie es Songwriter-Gitarristin Joni Mitchell in
ihrem Song "Woodstock" singt: "We are stardust, we are golden, and
we've got to get ourselves back to the garden."
Woodstock war ein Schimmer von Freiheit, doch der
Narzismus war die Kehrseite, der die sechziger Jahre überdauerte... Und
Jimi Hendrix war tot. Was blieb, war die Musik!
My
guitar gently weeps
because I remember guitarist-song writer
Pete Townshend saying:
"I
hope I die before I get old"
(he
is still living, by the way)
and
I think about all those
talented American guitarists
who
died so young:
Blind Lemon Jefferson (1897-1929), Blues-Guitarist (found frozen to death)
James Charles ("Jimmy") Rodgers (1897-1933), Country-Guitarist (died of
tuberculosis)
Robert Hicks (around 1900-around 1929), Ragtime-Blues-Guitarist (died of
tuberculosis)
Scrapper Blackwell (1904-1962), Blues-Guitarist (murdered)
Robert Johnson (about 1914-August 16, 1938), Mississippi Blues-Guitarist
(murdered)
Charlie Christian (1919-March 2, 1942), One of the first
electric-guitarists (died of tuberculosis)
James Marshall (Jimi) Hendrix (November 27, 1942-September 18, 1970) (died
of an overdose of sleeping pills)
Michael (Mike) Bloomfield (1943-1981) (Died of an overdose)
Duane Allman (November 20, 1946-October 29, 1971) Guitarist in The Allman
Brothers Band (died in a motorcycle accident)
Paul Kossof (September 14, 1950-March 19, 1976) (died of an overdose)
Stanley Myers: Cavatina (Theme music from "The Deerhunter")
Bevor
der englische Komponist Stanley Myers den Musikerberuf wählte, dozierte er
Geschichte an der Universität von Oxford. In den sechziger Jahren begann
er sich für das Theater zu interessieren und fing an Filmmusik zu
komponieren. Bald wurde er zu einem der profiliertesten
Filmmusikkomponisten Englands. Er komponierte Musik für
Fernsehproduktionen bis zu Hollywood Filmen. Die Komposition Cavatina
verschaffte ihm den Durchbruch, nachdem sie als Filmmusik für Michael
Ciminos "The Deerhunter" bekannt geworden war.
Der
Gitarrist John Williams berichtet davon, wie Stanley Myers ihm 1969 den
Melodieanfang der Cavatina vorspielte, ohne dass die Komposition vollendet
war. Dieser Melodieanfang wurde kurz darauf für den Film "The Walking
Stick" verwendet. Williams riet dem Komponisten die Komposition mit einem
Mittelteil zu ergänzen. Er spielte dieses Stück oft in Konzerten und hatte
es auf Schallplatte eingespielt, lange bevor es als Filmmusik in "The
Deerhunter" durch die Kinos zog und so zu einem der populärsten
Gitarrenstücke dieser Zeit wurde.
Harry Sacksioni: Goofy, Scarborough Fair, Meta Sequoia
Harry
Sacksioni wurde 1950 in Amsterdam geboren und fing schon im Kindesalter an
Gitarre zu spielen. Schon sehr früh schrieb er seine ersten Kompositionen
und war mit sechzehn Jahren Studio-Gitarrist. Er schrieb Musik für
verschiedene niederländische Künstler. Mit dem Kabarettisten Herman van
Veen arbeitete er zusammen, schrieb Film- und Theatermusik und etablierte
sich später immer mehr als Sologitarrist.
Die
drei Kompositionen auf dieser CD stammen von Sacksionis erster LP aus dem
Jahr 1975. Der Name Goofy stammt von der gleichnamigen Figur aus den
Zeichentrickfilmen Walt Disneys. Das Stück wurde 1973 komponiert und hat
als Basis ein Bluesmuster. Die Fassung von Scarborough Fair, die das
amerikanische Duo Simon & Garfunkel einspielte, hat Sacksioni die Idee für
sein Sologitarre-Arrangement dieses irischen Volkslied gegeben. Meta
Sequoia, aus dem Jahre 1965, ist Sacksionis erste Komposition für Gitarre
und ist von den grossen Sequoiabäumen Kaliforniens inspiriert.
Armin
Schibler: The Black Guitar & Un Homme Seul
Der 1920 im
schweizerischen Kreuzlingen geborene Armin Schibler studierte am Zürcher
Konservatorium Komposition bei Paul Müller und Willy Burkhard. Nach
anfänglichen Annäherungsversuchen an die Darmstädter Ferienkurse, wandte
er sich 1953 endgültig davon ab. Drei Grunderlebnisse prägten Schiblers
weiteren Weg in den fünfziger- und sechziger Jahren: Stravinsky's "Sacre
du Printemps", Gustav Mahlers Sinfonien und die seine Schüler am Zürcher
Literaturgymnasium so bewegende Jazz- und Rockmusik. Schibler, der sich
auch politisch engagierte, wollte in den sechziger Jahren die Jazz- und
Rockmusik im Sinne eines "Vitalitätsschubes" in sein kompositorisches
Schaffen integrieren. Er wollte Musik für die junge Generation schreiben
und von ihr verstanden werden.
Schibler hat ein umfangreiches Oeuvre hinterlassen: 12 musikdramatische
Werke, neun Werke für die Tanzbühne, 15 sinfonische Werke, 21 Oratorien,
16 Hörwerke (mit gesprochenen eigenen Texten), konzertante Werke für
nahezu alle Instrumente sowie Kammermusik.
Armin
Schibler setzte sich mit der Gitarre auseinander. Er nahm Unterricht beim
Zürcher Gitarristen René Thoma. Für ihn schrieb er zwischen 1964 und 1967
seinen, hier zum erstenmal eingespielten Zyklus "The Black Guitar"
(Bearbeitungen von Negrospirituals). Weitere Werke für Gitarre waren "My
Own Blues" (1966) und "Drei Leichte Blues" (1967), beides
Unterrichtsliteratur. Zwischen 1963 und 1967 entstand sein Konzertzyklus
"Un Homme Seul", der Karl Scheit gewidmet ist. Diese Komposition musste
fünf Jahre warten, bis sie am 14. März 1972 von Konrad Ragossnig in Prag
uraufgeführt wurde. Ein geplantes Konzert für Gitarre und Kammerorchester
konnte nicht mehr realisiert werden. Armin Schibler hat in seinen
Kompositionen für Gitarre versucht, eine Brücke zwischen Jazz- und
Bluesmusik und klassischer Gitarre zu schlagen.
Charlie Byrd: Three Blues for Classic Guitar
Charles L. Byrd wurde 1925 in Chuckatuck,Virginia geboren. Er studierte
klassische Gitarre bei Sophokles Papas in Washington. Auf einer Tournee
durch Europa begegnete Byrd dem legendären Jazzgitarristen Django
Reinhardt, der ihn für Jam-Sessions einlud. Von diesem Ereignis
beeindruckt, entschied sich Charlie, selbst Jazzgitarrist zu werden.
Trotzdem bildete er sich auch auf der klassischen Gitarre weiter. Ein
Studium in den fünfziger Jahren, bei Andrés Segovia in Siena hatte zur
Folge dass er dem Plektron abschwor. So entwickelte Byrd seine eigene
"Fingerstyle Guitar Jazz" auf der akustisch-spanischen Gitarre. In
seinen Konzerten spielte er zu dieser Zeit sowohl Jazz- als auch
klassische Musik im gleichen Programm.
Nach
der Erscheinung seiner ersten LP ging Byrd 1961 auf eine Süd-Amerika
Tournee. Es war der Anfang einer lebenslangen heftigen Affäre mit
Brasiliens eigener Musik: Die Bossa-Nova. Die Liebe zur Bossa-Novamusik
fand seinen ersten Niederschlag in der Zusammenarbeit mit dem
Saxophonisten Stan Getz. Mit ihm zusammen entstand die berühmte LP
Jazz/Samba. Charlie Byrd spielte auch mit den Gitarristen Laurindo Almeida
und Barney Kessel zusammen. 1973 erschien seine Gitarrenschule:
"Charlie Byrd's Melodic Method for Guitar".
Die
"Three Blues for Classic Guitar" komponierte Byrd in den späten fünfziger
Jahren und widmete sie drei Freunden. Es sind drei traditionelle Blues,
von unterschiedlichem Charakter. Der Erste - "Spanish Guitar Blues" -
besteht aus Variationen über eine einfache Melodie im 12-Takt-Bluesmuster.
Der Zweite - "Blues for Felix" - ist eine Etüde, die auf Quartenakkorden
basiert. Dieser Blues diente als Thema einer Fernsehshow von Disc Jockey
Felix Ivant. Der Dritte -"Swing '59" - ist von der Musik Django Reinhardts
beeinflusst.
I'm
sitting in the railway station
Got
a ticket for my destination.
On
a tour of one-night stands my suitcase
and guitar in hand
And
ev'ry stop is neatly planned for a poet
and a one-man band...
Paul
Simon, 1966
Jacques Castérède: Deux Inventions pour Guitare
Jacques Castérède wurde 1926 in Paris geboren. Mit 17 Jahre begann er sein
Musikstudium am Conservatoire National de Paris. Bei Tony Aubin und
Olivier Messiaen studierte er Komposition und Analyse. 1953 gewann er den
ersten Preis an einem Kompositionswettbewerb in Rom, dort blieb er
anschliessend vier Jahre. In dieser Zeit komponierte er seine "Envois de
Rome": eine Sonate für Klavier und Violine, symphonische Tänze für
Orchester und das "Livre de Job" für Stimme. Es folgten verschiedene
Kompositionsaufträge, unter anderem vom American Wind Symphony Orchestra
für das Castérède "...jusqu'à mon dernier souffle"schrieb, eine
Komposition zum hundertjährigen Jubiläum der Freiheitsstatue 1988. Seit
1980 widmet er einen grossen Teil seiner Kompositionen religiösen Themen.
Castérède füllt sich nicht zum dodekaphonischen Serialismus hingezogen.
Sein Kompositionsstil zeichnet sich durch melodische Linien und
ausdrucksvolle Rhythmen aus. Neben seinen Aktivitäten als Komponist
unterrichtete Castérède am Conservatoire National de Musique in Paris.
Die "Deux
Inventions pour guitare" entstanden 1973. Die
zweite Invention - Hommage aux Pink Floyd - war im gleichen Jahr
Pflichtstück für den Wettbewerb am Conservatoire National Supérieur de
Musique in Paris. Obwohl das zweite Stück oft alleine gespielt wird,
ergänzen die zwei Stücke einander und bilden ein Ganzes.
Die
Rhapsodie ist auf zwei Motiven aufgebaut; das eine - als Vorspiel
konzipiert - wütend und zerreissend, formal wie ein Rezitativ, das zweite
- mehr intim und melancholisch im Charakter - das andaurernd Änderungen
unterzogen wird, erreicht einen Höhepunkt, in dem die Gitarre bis zu den
äussersten Möglichkeiten ihrer Klangentfaltung geführt wird. Anschliessend
löst sich das Ganze in einer Tonreihe auf, die den ganzen Tonumfang des
Instruments ausnutzt. Am Ende erscheint wieder das erste agressive
Rezitativ, abgeändert und beruhigt. Das Stück endet in einer grossen Ruhe.
Die
Komposition "Hommage aux Pink Floyd" basiert auf dem Rhythmus der Nummer
"Saucerful of Secrets"(1968) der Gruppe Pink Floyd. Der Basisrhythmus ist
leicht abgeändert. Abgesehen vom Rhythmus gibt es keine Beziehung zwischen
dieser Komposition und der Musik von Pink Floyd. Die Struktur der
Komposition weist eine traditionelle dreiteilige Form auf, mit einem
zweiten Thema in der Mitte. Das Stück ist tonal. Der Rhythmus ist
asymetrisch und wird konstanten Änderungen unterzogen. Das Anfangsthema
taucht immer wieder auf, jedesmal lauter. Das ganze Stück soll schnell
gespielt werden und verlangt vom Spieler viel Kraft und Virtuosität!
Castérède schrieb noch zwei Gitarrenkonzerte, "Rhapsodie pour un jour de
fête" für Gitarre und Orchester (1989) und Trois Pièces für Gitarre
(1984).
John Lennon - Paul McCartney: Because
John
Lennon wurde 1940 in Liverpool geboren, formierte schon 1955 seine erste
Rock 'n Roll Gruppe "The Quarrymen" zusammen mit Paul McCartney und George
Harrison. Die amerikanischen Sänger-Gitarristen Elvis Presley, Little
Richard, Chuck Berry, Buddy Holly und Bob Dylan zählten zu ihren
Vorbildern. Aus den Quarrymen entstand nach mehreren Mutationen 1960 "The
Beatles".
Paul
McCartney wurde 1942 in Liverpool geboren und verfasste zusammen mit John
Lennon die meisten Lieder des Beatles-Repertoires. Die beiden wurden zum
einflussstärksten und erfolgreichsten Songschreiberduo der Rockgeschichte.
Die
Beatles nahmen den Song "Because" für die LP "Abbey Road"von 1969 auf.
John Lennon behauptete, er sei zu diesem Lied angeregt worden, als seine
Frau Yoko Ono auf seine Bitte hin Beethovens "Mondschein Sonate" einmal
rückwärts auf dem Klavier spielte.
Die
Beatles sind für die Popularisierung der Gitarre in der zweiten Hälfte
dieses Jahrhunderts mitverantwortlich. Der Verkauf von Gitarren hat sich
seit den sechziger Jahren vervielfacht und die Gitarre hat das Klavier als
Hausinstrument weitgehend abgelöst.
Die
Bearbeitung von Beatles-Songs für Gitarre hat sich seit den frühen
siebziger Jahren etabliert. Zu denken ist hier an Arrangements von Leo
Brouwer und Toru Takemitsu. Das hier eingespielte Arrangement von Because
ist von Stanley Myers und erschien zum ersten Mal 1972 auf der LP
"Changes" von John Williams.
Han Jonkers
I
look at the world and I notice it's turning
While my guitar gently weeps
With every mistake we must surely be learning
While my guitar gently weeps
George Harrison, 1968
Han
Jonkers
Han
Jonkers wurde 1958 in Eindhoven (Niederlande) geboren, erhielt seinen
ersten Gitarrenunterricht bei Nelly de Hilster und studierte anschliessend
an der Musikhochschule von Maastricht bei Hans-Lutz Niessen. Nach der
Erlangung eines Lehr- und Solistendiploms erhielt Han Jonkers ein
Stipendium, um während mehreren Jahren im Sommer an der Accademia Musicale
Chigiana in Siena (Italien) bei Oscar Ghiglia zu studieren. Weitere
Studien folgten an der Musikakademie in Basel bei Konrad Ragossnig und
Oscar Ghiglia, die er mit einem Solistendiplom abschloss.
Han
Jonkers war Preisträger mehrerer Wettbewerbe (Viña del Mar, Chile, und
Maria Canals, Barcelona) und konzertiert solistisch wie auch in
Kammermusikbesetzungen. Er hat mehrere Gitarrenfestivals iniziiert,
musikwissenschaftliche Beiträge veröffentlicht, Workshops an
Musikhochschulen im In- und Ausland gegeben und an Sommerkursen im Rahmen
der Musikfestwochen in Arosa (Schweiz) unterrichtet. Han Jonkers ist
Lehrer für klassische Gitarre an der Kantonsschule in Olten und an der
Höheren Pädagogischen Lehranstalt des Kantons Aargau in Zofingen.
1991
gab Han Jonkers unter dem Titel "CH-Gitarre" eine Sammlung mit
zeitgenössischer Gitarrenmusik heraus (Musikedition Nepomuk 9144), 1995
erschien bei Cadenza-Records seine erste CD-Einspielung "A Swiss Homage to
Andrés Segovia" (CADENZA CAD 800905). Die deutsche Fachzeitschrift Gitarre
& Laute schrieb über diese CD:" Han Jonkers spielt mit feiner Delikatesse.
Er kann mit den Dimensionen und Proportionen der Kompositionen
hervorragend umgehen, die kleine Welt zwischen 'laut' und 'leise' auf der
Gitarre richtig gestalten."
Anhang
Den
Begleittext dieser CD hätte ich ohne die unschätzbare Hilfe folgender
Personen, Artikel und Bücher nicht schreiben können:
-NZZ-Folio, Mai und Juli 1993 - Neue Zürcher Zeitung, Zürich, Schweiz.
-Tony
Palmer: All you need is love. - Grossman Publishers, New York, U.S.A. ,
1976.
-Tom en
Mary Evans: De gitaar van Renaissance tot Rock. - De gooise uitgeverij,
Bussum,
Niederlande, 1979.
-Percival Kirby: The Musical Instruments of the native Races of South
Africa. - London, 1934.
-Oliver
Hüttenbach: Jimi Hendrix & Co. - Verlagsunion Erich Pabel-Arthur Moewig
KG,
Rastatt,
Deutschland, 1989.
-Harry
Graves & Siegfried Schmidt-Joos: das neue Rocklexikon. - Rowolt, 1990.
-Tony
Russell: Encyclopedia of Rock. - Hennerwood Publications Limited, 1983.
-Gramophone (review of classical recordings), January, 1994.
-John
Williams: The Film Profile. - Sony Classical GmbH, 1993.
-Textbooklet:
"Portrait of John Williams". - CBS-Records, 1982.
-Harry
Sacksioni, gitaar. - Harlekijn muziekreeks Deel 1 - Harlekijn uitgeverij
Westbroek, Niederlande
1990.
-Gespräch
mit Harry Sacksioni (Lienden, Niederlande).
-Pierre
Wenger: Armin Schibler. Der Mensch und der Komponist. - Rede anlässlich
der
Gedenkveranstaltung zu seinem 70. Geburtstag.
-Armin
Schibler: Das Werk 1986. - Alkun-Verlag/ Albert J. Kunzelmann, Adliswil,
Schweiz 1985.
-Gespräch
mit Konrad Ragossnig (Wien, Österreich)
-Alexander Schmitz: Jazz Gitarristen. - Oreon Verlag GmbH, D-8176
Schaftlach, 1992.
-Maurice Summerfield: The Jazz Guitar - Ashley Mark Publishing Corp.
England.
-persönlicher Briefwechsel mit Charlie Byrd (Annapolis, MD, USA).
-persönlicher
Briefwechsel mit Jacques Castérède ( Boulogne, France).
-Ian
Mc Donald: Revolution in the Head - The Beatles Records and the Sixties -
Pimlico Publishers -
Random House - London - England.
Folgende
Institutionen und Personen haben auf grosszügige Weise die Realisierung
dieser CD unterstützt:
Koch
Berner Stiftung
Frau
Marlise Gygi - Wildegg - Schweiz.
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